Das Forschungsprojekt SOURCE (Projektbeginn 01. April 2026) leistet einen zentralen Beitrag zur IT-Sicherheitsforschung der Bundesregierung im Rahmen des BMFTR Forschungsprogramms „Digital.Sicher.Souverän.“

SOURCE steht für „Skalierbare, offene und umfassende Erkennung von Desinformationskampagnen im Web“. Das Projekt wird vom BMFTR im Rahmen der Förderlinie Vertrauen in Demokratie und Staat: Digitale Desinformation erkennen und abwehren unterstützt.

Gemeinsam mit den Projekt Partnern Universität Passau, Universität Kassel, Leibniz-Rechen-Zentrum (LRZ) und Alliance4Europe (A4E) konnten wir uns im Vergabeverfahren für dieses Verbundvorhaben innerhalb des BMFTR Forschungsprogramm „Digital.Sicher.Souverän“ durchsetzen.

Im Mittelpunkt von SOURCE steht die Entwicklung einer frei zugänglichen Datenbank potenzieller Desinformations-Artefakte. Dabei kommen Webdaten aus dem Open Web Index und zusätzliche Social Media Crawls zum Einsatz, die mit Hilfe von KI Werkzeugen hinsichtlich Inhalt und Herkunft analysiert und interpretiert werden. Die nötigen KI-, Cloud- und Speicherkapazitäten werden durch eine föderierten digitale Infrastruktur bereitgestellt.
Die aktive Open Web Search Community sowie technische und redaktionelle Fach-Communities werden früh für Bedarfsanalysen an Board geholt. Die Communities sollen konkrete Anwendungsbeispiele einbringen, anhand derer Datenbankinhalte getestet, weiter angereichert und praxistauglich gemacht werden sollen.

Die im Projekt generierten Daten werden sowohl der wissenschaftlichen Community, als auch Anwender:innen aus den Bereichen Journalismus, Wirtschaft und Zivilgesellschaft zur Verfügung gestellt und schaffen so eine solide Grundlage für die Erkennung und Bekämpfung von Desinformation im Web.

Das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) fördert das Projekt über einen Zeitraum von drei Jahren mit 2.500.000 Euro.

In einem kürzlich erschienenen Interview mit Reset Digital for Good gab Prof. Dr. Michael Granitzer, Lehrstuhlinhaber für Data Science an der Universität Passau und Projektleiter, unseres kürzlich abgeschlossenen OpenWebSearch.EU Projekts Einblicke in die Bedeutung des im Projekt entwickelten Open Web Index.

„Unsere Mission ist es, die Isolation einzelner Suchmaschinen aufzubrechen(…). Dazu durchsuchen wir das Internet, sammeln Webseiten und bereiten sie für die Nutzung durch Suchmaschinen vor. Hierfür entfernen wir Werbung und Navigationslinks und extrahieren den Hauptinhalt. Dieser Index kann von Einzelpersonen oder Organisationen genutzt werden, um eigene Suchmaschinen zu entwickeln.“ so Michael.

Während das Ausmaß, um mit Monopolen wie Google konkurrieren zu können, enorme Ressourcen erfordern würde, könnte ein gemeinschaftsorientiertes Projekt die klassische und die KI-gestützte Suche als öffentliches Gut ergänzen. Dabei könnten kleine KI-Modelle es Nutzer:innen ermöglichen, Informationen aus verschiedenen Quellen unabhängig von großen Technologieunternehmen zu suchen und zu kombinieren.

In Zukunft wird die Gesellschaft von Menschen und Modellen geprägt sein, die eng zusammenarbeiten.

Michael prognostiziert: „Im Idealfall läuft das KI-Modell auf meinem Rechner und kontrolliert meine Daten. Es ist ein Werkzeug, das mir hilft, für mich Suchanfragen durchführt und versteht, was ich tun möchte. Ich spreche hier eher von kleinen Sprachmodellen als von großen Sprachmodellen. Ein Modell, das mir hilft, Informationen auf der Grundlage von Suchendpunkten, die ich auswähle, zu suchen, zu aggregieren und zu synthetisieren.“

Das ganze Interview findet ihr hier: https://reset.org/mit-offenen-suchindex-gegen-monopol-interview-michael-granitzer-openwebsearch/

Open Source als Ehrenamt – ein Sichtbarkeitsproblem?

Ehrenamtliche Arbeit wird besonders dann als erfüllend wahrgenommen, wenn ihre Wirkung unmittelbar spürbar ist – etwa in der Arbeit mit Menschen oder Tieren. Ein Lächeln, ein Fortschritt, eine direkte Veränderung: Solche greifbaren Ergebnisse motivieren und machen Engagement für alle Beteiligten nachvollziehbar.

Doch es gibt auch Formen des Ehrenamts, deren Wirkung weniger sichtbar ist und gerade deshalb oft unterschätzt wird. Dazu zählt auch die Mitarbeit an Open-Source-Projekten. Die Arbeit passiert oft im stillen Kämmerlein, abseits vom Rampenlicht; Ergebnisse sind häufig abstrakt und daher nicht immer unmittelbar wahrnehmbar – aber keineswegs weniger bedeutend.

Die Petition Open Source als Ehrenamt von Boris Hinzer setzt genau hier an: Sie verfolgt das Ziel, Open-Source-Arbeit stärker als ehrenamtliches Engagement anzuerkennen und ihr mehr gesellschaftliche Wertschätzung sowie Unterstützung zu verschaffen. Als Open Search Foundation unterstützen wir diese wichtige Aktion mit unserer Stimme.

Unsichtbar, aber unverzichtbar

Was würde eigentlich passieren, wenn diese Arbeit plötzlich wegfallen würde?

Der Folgen dessen sind wir uns häufig gar nicht richtig bewusst. Dabei zeigt ein Blick auf die Zahlen, wie groß die Bedeutung von Open Source Arbeit längst ist: Plattformen wie GitHub dokumentieren eine stetig wachsende Open Source Community. Allein in öffentlichen Repositories wurden in Jahr 2025 über 1,12 Milliarden neue Beiträge verzeichnet – ein globales Rekordhoch.

Schätzungen zufolge stammen rund 50% dieser Beiträge von überwiegend unbezahlten Entwickler:Innen (Linux Foundation, Dezember 2024). Zwar werden große Projekte teilweise auch von Unternehmen unterstützt, doch ein erheblicher Teil der Arbeit basiert auf freiwilligem Engagement.

Gleichzeitig kämpfen viele Projekte mit strukturellen Problemen, wie fehlender Finanzierung, Zeitmangel und rechtlichen Unsicherheiten, wodurch ihre Entwicklung ausgebremst wird.

 

Der Aufwand hinter der Software

Open-Source-Entwicklung ist kein beiläufiges Hobby, sondern in Art und Umfang der Arbeit vergleichbar mit einem zweiten Job. Im Durchschnitt investieren Entwicklerinnen und Entwickler etwa neun Stunden pro Woche in ihre Projekte – in intensiven Phasen sogar bis zu 40 Stunden. Dies zeigt die Studie der Linux Foundation vom Dezember 2024.

Das Ergebnis dieser Arbeit nutzen wir täglich, meist ohne es zu merken:
OpenStreetMap, Thunderbird, Mozilla Firefox oder die Open Source Alternative zu MS LibreOffice sind nur wenige bekannte Beispiele.

Darüber hinaus existieren Open-Source-Projekte, die längst zur kritischen Infrastruktur gehören, die jedoch in unserem Alltag eher unsichtbar sind. Der Linux-Kernel oder OpenSSL, eine Kryptobibliothek, bilden die Grundlage für zentrale Bereiche unserer digitalen Welt – sie sind auch entscheidend für eine sichere Internetkommunikation.

Wartung statt Prestige

Ein zentraler, oft übersehener Aspekt ist die kontinuierliche Pflege dieser Projekte. Open Source bedeutet nicht nur, neue Software zu entwickeln, sondern bestehende Systeme langfristig zu warten, Fehler zu beheben und die Systeme sicher zu halten.

Die vielversprechenden Features werden häufig bezahlt – unsichtbare, aber essenzielle Grundlagenarbeit bleibt dagegen oft bei freiwilligen Mitwirkenden hängen.

Mehr als nur Code

Freie, transparente und nachvollziehbare Software ist ein zentraler Baustein des digitalen Gemeinwohls. Sie ermöglicht Innovation, schafft Vertrauen und reduziert Abhängigkeiten.

Gerade in Europa spielt Open Source eine entscheidende Rolle für die digitale Souveränität. Ohne sie wären viele staatliche, wirtschaftliche und gesellschaftliche Prozesse deutlich anfälliger und weniger unabhängig. Dass hier dringender Handlungsbedarf besteht, lässt sich auch durch einen Aufruf der EU Kommission zur Stellungnahme zu quelloffenen digitalen Ökosystemen von Januar dieses Jahres ableiten.

Gleichzeitig lastet auf freiwilligen Entwickler:Innen eine enorme Verantwortung – häufig ohne angemessene Anerkennung oder Absicherung.

Zeit für mehr Anerkennung der Open Source Arbeit

Genau hier setzt unser Wunsch an, Open Source Arbeit als Ehrenamt stärker anzuerkennen.
Eine solche Anerkennung könnte beispielsweise konkrete Verbesserungen bringen:

  • Steuerfreie Aufwandsentschädigungen
  • Fairere Haftungsregelungen

Offensichtlich ist, dass Open Source vor allem in Deutschland, aber auch global längst kein Nischenphänomen mehr ist, sondern vielmehr tragendes Fundament unserer digitalen Infrastruktur.

Als Open Search Foundation ist es uns deshalb ein besonderes Anliegen, diese Arbeit sichtbarer zu machen und zu stärken.

Mehr zur Petition „Open Source als Ehrenamt“ von Boris Hinzer findet ihr hier: https://www.openpetition.de/petition/online/anerkennung-von-open-source-arbeit-als-ehrenamt-in-deutschland

Eines ist klar: Wenn unsere Gesellschaft den Wert von Open Source weiterhin übersieht, riskieren wir langfristig genau diese Stabilität, auf die wir uns heute selbstverständlich verlassen.

 

 

Unser OpenWebSearch.EU Projekt wurde kürzlich in einem Bericht von arte.tv über europäische Alternativen zu den Webdiensten der großen US-amerikanischen Tech-Unternehmen vorgestellt.

Das Video unterstreicht unser Engagement für die Stärkung der digitalen Souveränität Europas, inbesondere hinsichtlich Suchdiensten für das World Wide Web. Der Bericht enthält Einblicke von Prof. Dr. Ir. Djoerd Hiemstra, Professor für Datenwissenschaften und Leiter der Forschungsgruppe Information Retrieval an der Radboud University, einem der OpenWebSearch.EU Konsortialpartner. Djoerd stellte den Open Web Index in seinem aktuellen Zustand vor und erläuterte, welche Rolle er bei der Schaffung leistungsfähiger europäischer Suchlösungen spielen könnte.
Springt zu Minute 4:16, um Djoerds Einblicke zu hören:

Alternativ könnt ihr euch das Video auch direkt auf Arte.tv ansehen: https://www.arte.tv/de/videos/121620-127-A/wo-bleibt-das-europaeische-google-oder-facebook/

Pünktlich zum Abschluss des 42 monatigen EU Projekts OpenWebSearch.EU, stellen wir spannende Use Cases auf Basis des im Projekt entwickelten offenen Webindex vor

Zur Erinnerung: das OpenWebSearch.EU Projekt wurde von 14 Partner-Organisationen aus dem Forschungs-und Non-Profit Bereich umgesetzt und hatte zum Ziel, einen ersten europäischen offenen Webindex als Kernstück für souveränen strukturierten Zugang zum Internet zu gestalten.

Der OWI (Open Web Index) ist seit Juni 2025 am Start und hat bis dato stolze 1,3 Petabyte Daten gecrawlt. Im Laufe des Projekts wurden über verschiedene Open Calls, insgesamt 15 Drittpartner-Projekte eingegliedert. Das Ziel: Juristische, technische und kommerzielle Analysen und Machbarkeits-Prüfungen rund um den offenen Webindex durchführen, um eine fundierte Basis für den Ausbau einer europäischen Webdateninfrastruktur zu legen.

Sieben der Drittpartnerprojekte (Projekte aus Open Call 2) haben sich mit konkreten technischen Anwendungsbeispielen auf Basis des OWI befasst. Die Projekte zeigen eine Bandbreite dessen, was möglich ist, wenn Webindex-Daten offen zugänglich sind. Die vielversprechenden Ergebnisse haben wir kurz zusammengefasst:

Projekt VERITAS: Faktenprüfung zum Ukrainekrieg mit einem RAG-Chatbot

Die Firma DEXAI (Tschechien) entwickelte einen so genannten Retrieval-Augmented-Generation-Chatbot und eine Chrome-Browsererweiterung zur Echtzeit-Faktenprüfung. Als Testbeispiele wurden Aussagen zum Ukrainekrieg untersucht. Das System filterte 30 Tage OWS-Crawl-Daten, extrahierte Nachrichteninhalte, indexierte mittels Embeddings und nutzte ein etabliertes Large Language Model, um quellengestützte, evidenzbasierte Antworten auf Nutzeranfragen zu generieren. Nutzer:innen können so beliebigen Text auf einer Webseite markieren und erhalten eine sofortige Bewertung auf Basis verifizierter Nachrichtenquellen. Das Projekt zeigt, dass offene Webdaten domänenspezifische Faktenprüfungstools ermöglichen, die andernfalls auf proprietäre Such-APIs angewiesen wären. Die vollständige VERITAS-Geschichte ist hier nachzulesen – https://openwebsearch.eu/results-veritas/

AKASE: Die Argumente der Welt als Wissensgraph

Die Universität Groningen (Niederlande) konstruierte einen Argumentations-Wissensgraphen basierend auf über 105 Millionen Webindex-Dokumenten. Das System identifiziert automatisch argumentative Inhalte – Behauptungen und Prämissen – auf Webseiten, erkennt rhetorische Fehlschlüsse, bewertet die Argumentationslogiken und dokumentiert Stützungs-, Angriffs- und Paraphrasierungsbeziehungen zwischen Argumenten. Zu den Anwendungen gehören eine Suchmaschine, die Ergebnisse nach Argumentationsqualität neu sortiert, und ArgsBase, eine Multi-Agenten-Deliberationsplattform, die den JTS Early Career Researcher Prize gewann.
Die vollständige AKASE-Geschichte ist hier verfügbar – https://openwebsearch.eu/akase-results/

CIFFIL Service: Suchstatistiken zwischen niederländischen Kommunen teilen

Spinque (Niederlande) integrierte das Common Index File Format (CIFF) in seine Suchplattform, um niederländischen Kommunen den einfachen Austausch von Indexstatistiken zu ermöglichen. Kleine kommunale Dokumentensammlungen – teilweise weniger als 10.000 Dokumente – leiden oftmals unter schlechter Suchqualität, da der Datenbestand schlichtweg zu klein ist, um akurate Termfrequenzschätzungen (das sind Statistiken über die Häufigkeit und Relevanz bestimmter Begriffe innerhalb von Datensammlungen) abzugeben. Entsprechend können Suchergebnis-Rankings nicht effektiv gestaltet werden. Durch die Übernahme von Statistiken größerer Kommunen über CIFF können kleinere Kommunen ihre Ranking-Effektivität deutlich verbessern.
Die vollständige CIFFIL-Geschichte lesen – https://openwebsearch.eu/ciffil-results/

DTCommerce: Den Einzelhandel beim Schritt ins Digitale unterstützen

ZenLab (Slowenien) entwickelte Open-Source-Tools, um stationären Einzelhändlern den Übergang zum E-Commerce zu erleichtern. Ausgehend von einem Excel-Export aus dem Unternehmens-ERP oder Buchhaltungstool sucht das System nach Informationen zu den darin gelisteten Produkten. Dabei werden z.B. Titel, Beschreibungen, Bilder und UVPs von Lieferantenwebsites genutzt,  bestehende Beschreibungen mittels KI optimiert zum Schluß wird alles automatisch über ein WordPress-Plugin in einen WooCommerce-Onlineshop importiert.
Die vollständige DTCommerce-Geschichte gibt es hier zu lesen – https://openwebsearch.eu/ditcommerce-results/

OMMS: Open Maps als Alternative zu etablierten Maps Apps

Die E Foundation (Frankreich) nutzte die Crawling-Tools von OpenWebSearch.EU, um strukturierte Geschäftsdaten – Öffnungszeiten, Kontaktinformationen, FAQs – von Websites zu ernten, die mit OpenStreetMap-Points-of-Interest verknüpft sind. Diese Daten werden über einen Open-Source-POI-Server für mobile Kartenanwendungen bereitgestellt. Ausgehend vom Großraum Seattle und in einem zweiten Schritt weltweit stellte das Projektteam fest, dass etwa 12 % der POI-verknüpften Websites auswertbare strukturierte Daten enthalten. Darüber hinaus identifizierte das Projekt zwei vielversprechende Zukunftsrichtungen für OWS: die Veröffentlichung von POI-Relevanz-Rankings (basierend auf PageRank oder ähnlichen Metriken) zur Verbesserung der Ergebnissortierung in Open-Data-Geocodern sowie die Nutzung von Backlink-Daten als offene Alternative zu proprietären Bewertungsdatenbanken.
Die vollständige OMMS-Geschichte kann man hier lesen – https://openwebsearch.eu/results-omms/

FUN: Das Crawling des Webs neu denken

Die Universität Pisa und die University of Glasgow (Italien/UK) schlugen einen Paradigmenwechsel beim Web-Crawling vor. Traditionelle Crawler nutzen linkbasierte Heuristiken wie PageRank, um zu entscheiden, welche Seiten beachtet werden. FUN argumentiert, dass Crawler im Zeitalter der KI stattdessen Sprachmodelle einsetzen sollten, um die semantische Qualität von Seiten einzuschätzen. Das Team entwickelte vier neuronale Crawling-Strategien und testete sie auf 87 Millionen Seiten aus ClueWeb22-B. Bei natürlichsprachlichen Anfragen übertraf die beste Strategie PageRank durchgängig sowohl bei der Crawling-Effektivität als auch bei der nachgelagerten Retrieval-Qualität, während sie bei Keyword-Anfragen konkurrenzfähig blieb.
Die vollständige FUN-Geschichte gibt es hier – https://openwebsearch.eu/fun-results/

TILDE: Vertrauenswürdige Gesundheitssuche mit fairnessbewusstem Ranking

Das Know Center Research GmbH (Österreich) baute ein Gesundheits-bezogenes Suchsystem auf dem OWI auf, das über reine Suchergebnis Relevanz hinaus mögliche Verzerrungen und unterschiedliche Grade der Vertrauenswürdigkeit adressiert. Das System extrahierte medizinische Inhalte aus rund 200.000 gesundheitsbezogenen Webseiten, standardisierte sie gegen die klinische UMLS-Ontologie und implementierte eine hybride Retrieval-Engine aus entitätsbasierter und semantischer Suche. Die Besonderheit ist eine dreistufige Fairness-Pipeline: Sie reichert jedes Suchergebnis mit Vertrauenswürdigkeits- und Neutralitätsattributen an, sortiert Ergebnisse so um, dass Fairness maximiert wird, während Glaubwürdigkeit und Vielfalt der Standpunkte erhalten bleiben, und prüft die eigenen Systemausgaben auf Stereotype. Die visuelle Weboberfläche ermöglicht es Nutzer:innen, medizinische Evidenz über visuelle Wissensgraphen und facettierte Suche zu erkunden.
Die vollständige TILDE-Geschichte gibt es hier zu lesen – https://openwebsearch.eu/tilde-results/

Und wie geht es jetzt weiter?

Ein offener Webindex ermöglicht Anwendungen, die proprietäre Suche nicht bieten kann.
Die Forschungsbeiträge haben direkte Auswirkungen darauf, wie sich die Infrastruktur selbst weiterentwickeln sollte.
Mit dem Abschluss aller Open Calls, hat das OpenWebSearch.EU-Projekt eine Gemeinschaft aufgebaut, die weit über das Kern-Konsortium hinausreicht. Der Code, die Daten, die Modelle und die Tools dieser Projekte sind ganz überwiegend quelloffen und frei verfügbar. Die Infrastrukturbeiträge bestehen über das formale Projektende hinaus fort.

Stefan Voigt, Vorstand der OpenSearchFoundation und Sprecher des OpenWebSearch.eu Projekts, betont im Gespräch mit dem Change Magazin der Bertelsmann Stiftung, die Relevanz einer demokratischen, unabhängigen und öffentlichen Websuche in Europa.

Europas digitale Abhängigkeit von den USA wird besonders im Alltag sichtbar: Ob Amazon, WhatsApp oder Apple Pay, die Nutzung US-amerikanischer Dienste zeigt Europas digitale Verletzlichkeit. Diese Erkenntnis hat Initiativen wie EuroStack oder das OpenWebSearch.eu Projekt ins Leben gerufen, die eine digitale Unabhängigkeit Europas anstreben.

„Vor uns liegt eine ­Mammutaufgabe. Aber ich bin überzeugt von der Möglichkeit, dass wir in Europa Alternativen schaffen werden“, so Stefan Voigt.

 

Den vollständigen Artikel findet ihr hier:
https://www.change-magazin.de/de/warum-europa-unabhaengig-von-big-tech-werden-muss

 

Alternativ könnt ihr hier das Change Magazine hier direkt runterladen:
https://www.bertelsmann-stiftung.de/de/publikationen/publikation/did/change-2-2025-souveraen-im-wandel

Das Online Magazin European Perspectives hat unseren OSF Vorstand Dr. Stefan Voigt rund um die OpenWebSearch.EU Initiative interviewt.

Laut dem Magazin verarbeiten nach jüngsten Angaben US-Technologiekonzerne wie Google und Microsoft fast neun von zehn Internet-Suchanfragen aus dem europäischen Raum. Diese starke Abhängigkeit von Infrastrukturen aus Übersee ist auch fehlenden europäischen Alternativen geschuldet.

Um dem entgegenzuwirken, entwickelte die Initiative OpenWebSearch.EU in dem gleichnamigen Horizon Europe geförderten Projekt einen offenen Webindex. Der OpenWebIndex ist ein entscheidender Schritt, um Europa die Kontrolle über die Indizierung von und den Zugang zu digitalen Wissensquellen zurückzugeben.  Dr. Stefan Voigt, osf-Vorstand und Sprecher von OpenWebSearch.eu betont die Dinglichkeit und Bedeutung des Projekts für die digitale Zukunft Europas.

„Das Internet ist als öffentliches Gut gedacht. Wir wollen es wieder der Öffentlichkeit zurückgeben“, erklärt er und betont die Notwendigkeit, dass Europa seine digitale Autonomie sichert.

Den vollständigen Artikel findet ihr hier: https://euperspectives.eu/2025/11/is-open-search-the-path-to-european-digital-sovereignity/

Das jährliche Internationale Open Search Symposium #ossym findet in 2025 bereits zum siebten Mal in Folge statt. Von 8. bis 10. Oktober läd das #ossym25 die Open Search Community dazu ein, nach Helskinki/Finnland zu reisen, um vor Ort beim diesjährigen Veranstaltungspartner CSC – IT Center for Science oder wahlweise online an den 3 tägigen interdisziplinären Austauschformaten zu partizipieren.

Interdisziplinäre Blickwinkel auf klassische Websuche und KI

Wie jedes Jahr, vereint das #ossym Expert:innen aus vielerlei Bereichen wie Informatik, Recht & Regulierung, Ethik, Wirtschaft, Politik und Gesellschaft. Das siebte Internationale Open Search Symposium bietet ein Forum, um innovative Ideen der offenen und verteilten Internetsuche und deren Anwendungsgebiete weiter zu denken. Der Schwerpunkt liegt dabei auf künstlicher Intelligenz (KI), Suchanwendungen und -technologien, rechtlichen und ethischen Aspekten der offenen Websuche sowie dem Themenspektrum Informationsverwertung/Medienkompetenz.

Keynotes zu Daten Governance und Wissensmanagement

Viivi Lähteenoja ist Chief Executuve Officer bei MyData Company und gibt Impulse zum Thema Data Governance.

Harri Ketamo ist Gründer und Vorstand von Headai und spricht zum Thema „The openness of knowledge data and its role in Future Search Solutions“.

Wissenschaftliche Sessions zum Thema „Architecture & Infrastructure“

Zwei Science Tracks zum Thema “Architecture & Infrastructure” beschäftigen sich mitunter mit der Exktraktion von strukturierten Daten aus dem Open Web Index, Datenspeicherungs-Strukturen für die URL Frontier in OpenWebSearch.eu, sowie mit der Extraktion von Geo-Daten aus semi-strukturierten Daten mit Hilfe von LLMs. Common Crawl bietet zudem Einblicke in die Abdeckung diverser Sprach- und Kulturinhalte Europas.

Anwendungs-Tracks zu “Retrieval Augmented Generation & Large Language Models”

Dezentralisierte Ansätze für den Zugang zu Informationen via Browser-Agentic Web sowie die Fusion von Retrieval, Grammatik und Entscheidungsbäume zur Textgenerierung werden hier unter anderem vorgestellt und disskutiert.

Search Engine Tracks sind fester Bestandteil der #ossym Konferenzen

Eine beliebte #ossym Tradition sind die Search Engine Tracks, die sich auf alternative Suchmaschinen und deren Anwendungs-bereiche fokussieren. Bereits bestätigt sind dieses Jahr fragFinn.de und searchmysite.net.

Ethik, Recht und Gesellschaft

Und auch die nicht technischen Themenkomplexe wie etwa gesellschaftliche Interessen und Special Needs Such-Lösungen kommen nicht zu kurz und sorgen für spannende Denkanstösse.

Information and Registrierung

Das finnische Supercomputing Center CSC – IT Center for Science bietet rund 100 on-site Plätze. First come, first serve.

Alle Informationen zur Anmeldung finden Sie unter:
https://opensearchfoundation.org/events-d/ossym25-d/

Die Open Search Foundation e. V. ist eine europäische Bewegung, die die Grundlage für einen unabhängigen, freien und selbstbestimmten Zugang zu Informationen im Internet schafft. In Kooperation mit Forschungseinrichtungen, Rechenzentren und weiteren Partnern setzen wir uns ein für eine Websuche, die allen zugute kommt.
 Ganz nach dem Motto: „Together for a better net“.

Kontakt
:
Open Search Foundation e.V. – OSF