Vom 7. bis 9. Oktober versammelt die Open Search Foundation mit Unterstützung des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) interdisziplinäre Expertinnen und Experten in Berlin, um über die Zukunft von Websuche und KI zu diskutieren.

Starnberg, 29. September 2026 – Webdaten sind ein zentraler Rohstoff für KI-Training und eine unabhängige Websuche. Doch wie kann Europa eine offene, unabhängige und vielfältige Infrastruktur für das Web schaffen? Dieser zentralen Frage ist das Open Search Symposium #ossym2026 gewidmet. Expertinnen und Experten aus den Bereichen Informatik, Recht, Ethik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft versammeln sich an der CODE University of Applied Sciences in Berlin, um die Entwicklungen rund um eine europäische Infrastruktur für Websuche und KI, zu diskutieren. Auf dem Programm stehen Impulsvorträge, wissenschaftliche Präsentationen, Podiumsdiskussionen und Workshops. Thematisiert werden unter anderem:

  • offene Webindizes
  • föderierte Suche und Suchqualität
  • Large Language Models, generative KI, Retrieval-Augmented Generation
  • Georeferenzierung von Webinhalten sowie georäumliche Suche und Analyse
  • Nachhaltigkeit sowie rechtliche, ethische und gesellschaftliche Fragen

rund um Internetsuche und Webdaten.

Zu den Keynote-Speakern gehören Prof. Dr. Julian Kunkel (GWDG und Professor an der Universität Göttingen), Stefan Andresen (Chief Scientist bei DeepL), Prof. Dr. Hannes Taubenböck (DLR) sowie Aline Blankertz, (Mitgründerin des digitalpolitischen Kollektivs Structural Integrity). Die Eröffnungsrede hält Engelbert Beyer, Ministerialdirigent des Bundesministeriums für Forschung, Technologie und Raumfahrt. Den anschließenden Auftakt gestaltet Peter Gehle, CIO des DLR; am Mittwochabend erfolgt eine Begrüßungsansprache von Stéphane Beemelmans, stellvertretender Vorsitzender des DLR-Vorstands.

Abendliches Side-Event am Weizenbaum-Institut

Am Abend des 8. Oktober findet am Weizenbaum-Institut in Berlin eine deutschsprachige Paneldiskussion mit anschließendem Networking-Dinner statt. Unter dem Titel „Souveränität im Netz – Wie eine europäische Webdateninfrastruktur Freiheit, Wirtschaft und Demokratie stärkt“ werden politische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Perspektiven auf eine unabhängige digitale Infrastruktur beleuchtet. Neben einer Keynote von Prof. Dr. Harald Wehnes (Universität Würzburg) diskutieren Stefan Andresen (Chief Scientist bei DeepL), Dr. Esther Görnemann (Weizenbaum-Institut) sowie Dr. Stefan Voigt (Open Search Foundation).

Information und Anmeldung

Das #ossym2026 findet vom 7. bis 9. Oktober 2026 in Berlin statt. Ausgerichtet wird das Event von der Open Search Foundation – 2026 mit Unterstützung des Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR). Veranstaltungsort ist die CODE University of Applied Sciences (Donaustr. 44, 12043 Berlin).

Ausführliche Informationen und den Link zur Anmeldung gibt es unter:
https://opensearchfoundation.org/de/events-d/ossym26-de/

Die Anmeldung zum Abend-Event am Weizenbaum Institut erfolgt separat:
https://tickets.weizenbaum-institut.de/OSF/

Journalist:innen und Medienvertreter:innen sind herzlich eingeladen, beide Veranstaltungen zu besuchen. Für Interviews und Hintergrundgespräche stehen Ihnen Expert:innen aus Wissenschaft und Forschung zur Verfügung. Bei Rückfragen oder Interesse an einem Interviewtermin wenden Sie sich gerne an die nachstehenden Pressekontakte.

Über den Veranstalter:

Die Open Search Foundation e.V. (OSF) koordiniert eine Europäische Initiative, die die Grundlage für einen unabhängigen, freien und selbstbestimmten Zugang zu Informationen im Internet schafft. In Zusammenarbeit mit Forschungseinrichtungen, Rechenzentren und anderen Partnern setzt sie sich dafür ein, dass die Websuche allen zugutekommt. Im Rahmen eines durch Horizon-Europe geförderten Forschungsprojektes entstand so ein Prototyp von Europas erstem offenen Webindex. Zu den institutionellen Mitgliedern der OSF gehören die Universität Passau, das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR), das Institut für Human-Centered Computing (HCC) an der Technischen Universität Graz und das finnische Großrechenzentrum CSC – IT Center for Science.

Über das DLR:

Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) ist das Forschungszentrum der Bundesrepublik Deutschland für Luft- und Raumfahrt. Die Forschung zur Digitalisierung im DLR setzt Impulse für die Wirtschaft, gestaltet anwendungsorientiert innovative Technologien, Methoden und Prozesse mit und setzt diese für Forschung und Wissenschaftsmanagement ein. Als strategischer Partner entwickelt das DLR gemeinsam mit Industrie, Behörden und Institutionen Lösungen, die Innovation vorantreiben – für eine starke, nachhaltige Zukunft in Deutschland und Europa.

Pressekontakt:

Open Search Foundation e.V.
Carolin Bauer – Science Communication & Public Relations
Ursula Gmelch – Community Management; Projektleiterin ossym2026
Telefon: +49 178 60 149 10
E-Mail:

Seit 4 Jahren findet der #FreeWebSearchDay (FWSD) jedes Jahr am und rund um den 29. September mit verschiedenen Aktionen und Veranstaltungen rund um einen freien und transparenten Internetzugang statt. Gemeinsam wird dabei an Ideen für eine offene und faire digitale Zukunft gearbeitet und Bewusstsein dafür geschaffen, welche Bedeutung diese für den Erhalt unserer Demokratie hat.

Der FWSD bietet somit eine globale Plattform für verschiedene Events rund um diese Themen.

Zu den diesjährigen Programmhighlights zählen:

  • Im Rahmen des monatlichen Open Web Search Community Meet-ups wird am 14. September ein Vortrag zum Thema „Akzeptanzanforderungen von Suchmaschinennutzer:innen“ gehalten, in dem in einem Online-Meeting Studienergebnisse aus einer europaweiten Befragung diskutiert und beleuchtet werden.
  • Vom 22. bis 25. September lädt die Gesellschaft für Informatik zum diesjährigen Informatik Festival 2026 an der TU Dresden ein. Unter dem Motto „Digitale Souveränität – Now or never!“ findet im Rahmen dessen am 22. September eine Fachtagung statt, in der Lösungen für eine souveräne digitale Zukunft diskutiert werden, unter anderem mit einer Keynote zum Thema „Europa vom Netz abgeklemmt? Offene Webdaten als Fundament digitaler Souveränität“.
  • Am 3. Oktober findet im Rahmen des diesjährigen Tags der offenen Tür des Forschungscampus Garching, im Leibniz Rechenzentrum Garching ein Vortrag zum Thema „Kann man das noch gut finden?! Wie Suchmaschinen und KI unseren Blick auf die Welt steuern“ statt.
  • Vom 7. bis 9. Oktober wird das 8. Internationale Open Search Symposium #ossym26 an der Code University of Applied Sciences in Berlin veranstaltet. Mit dem Thema „Boosting Digital Sovereignty“, soll dabei in verschiedenen Konferenzformaten die Frage beleuchtet werden, wie ein offenes Webdaten-Ökosystem zur digitalen Vielfalt beitragen kann.
  • Im Rahmen einer Abendveranstaltung des #ossym26 findet am 8. Oktober am Weizenbaum Institut in Berlin ein Side Event zum Thema „Souveränität im Netz – Wie eine europäische Webdateninfrastruktur Freiheit, Wirtschaft und Demokratie stärkt“ statt.

Mehr Informationen zu weiteren Veranstaltungen und fortlaufende Updates zum #FreeWebSearchDay findet ihr hier unter: https://freewebsearch.org/de/events-d/

Selbst mitmachen!

Egal ob Rechenzentren, Suchmaschinen, Schulen, Unternehmen oder auch Privatpersonen…der #FreeWebSearchDay lebt neben dem geplanten Programm vor allem auch von eigener Initiative. Wer Ideen hat und sich selbst aktiv beteiligen möchte, kann einfach eine entsprechende E-mail an schreiben.

„Souveränität im Netz – Wie eine europäische Webdateninfrastruktur Freiheit, Wirtschaft und Demokratie stärkt“

Im Rahmen von #ossym 2026 laden wir gemeinsam mit dem Weizenbaum-Institut herzlich zu einer Abendveranstaltung mit Podiumsdiskussion rund um das Thema „Souveränität im Netz“ in Berlin ein.

  • Format: Podiumsdiskussion mit anschließendem Networking (inklusive Häppchen)
  • Datum: 8. Oktober 2026, 19:00 Uhr
  • Ort: Weizenbaum-Institut, Hardenbergstrasse 23, 10623 Berlin

    Weizenbaum Event

Die Entwicklung wettbewerbsfähiger europäischer Dienste im Bereich der Künstlichen Intelligenz – insbesondere bei innovativen Ansätzen wie der agentischen KI und dem Retrieval-Augmented Generation (RAG) – erfordert den Zugriff auf valide, großskalierte Webdaten. Derzeit wird die Wertschöpfung aus diesen öffentlich zugänglichen Daten im Internet fast ausschließlich von wenigen außereuropäischen Monopolisten betrieben. Diese Intransparenz birgt massive Risiken für Europa: Verzerrte Informationen, einseitig trainierte KI-Modelle und Produkte, die europäische Werte und Rechtsvorschriften nicht widerspiegeln, gefährden unsere digitale Souveränität und demokratischen Diskurse.

Politische Initiativen wie das Digital Commons EDIC sind wichtige Meilensteine, greifen ohne eine eigene, offene und umfassende Datenbasis für das Web jedoch zu kurz. Europa benötigt dringend eine unabhängige Websuche und Webateninfrastruktur als Fundament für Innovation und Freiheit.

Kernfragen der Diskussion:
  • Wie sichern wir den freien und unvoreingenommenen Zugang zu globalen Informationen für europäische Unternehmen und die Wissenschaft?
  • Welche Rahmenbedingungen muss die Politik schaffen, um den Monopolen der Drittstaaten-Anbieter eine offene, wertebasierte Alternative entgegenzusetzen?
  • Wie stärkt eine eigenständige Dateninfrastruktur die Resilienz unserer Demokratie und Wirtschaft im KI-Zeitalter?
Bisher bestätigte Panelist:innen:
  • Stefan Mesken (Chief Scientist, DeepL)
  • Esther Görnemann (Referentin für Forschungssynthesen, Weizenbaum-Institut)
  • Stefan Voigt (Vorstandsvorsitzender Open Search Foundation; Forscher am DLR)

Moderation: Olivier Blanchard (Leiter der Arbeitsgruppe „Economy“ der Open Search Foundation, Unternehmensberater)

Anmeldung:

Die Anmeldung für die kostenfreie Teilnahme vor Ort ist ab sofort möglich. Bitte meldet euch hier an.
Weitere Informationen zur Abendveranstaltung findet ihr hier. Etwaige Änderungen sind vorbehalten.

Das 8. Internationale Open Search Symposium (#ossym) bringt Expert:innen und Nutzer:innen aus den Bereichen Informatik, Recht, Ethik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft zusammen.

Das #ossym2026 findet vom 7. bis 9. Oktober 2026 als Hybridveranstaltung in Berlin statt. Ausgerichtet wird das Event an der CODE University of Applied Sciences und unterstützt vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR).
Das Thema der diesjährigen Konferenz lautet „Boosting Digital Sovereignty“.
Seid dabei und erlebt inspirierende Vorträge, tiefgründige Diskussionen und die neuesten Forschungsergebnisse zu offener und dezentraler Websuche, offener Web-Dateninfrastruktur und deren Rolle in der KI.

Programmschwerpunkt: Offene Websuche & KI im Kontext von Souveränität

Wir interessieren uns insbesondere dafür, wie eine offene Web-Dateninfrastruktur der aktuellen Konzentration von Webdiensten, dem Werteverlust und dem regulatorischen Druck entgegenwirken kann. Zu den zentralen Fragen gehören dabei:

  • Wie können eine offene Websuche und Web-Dateninfrastruktur die digitale Vielfalt stärken?
  • Welche technischen und wirtschaftlichen Konzepte erhöhen die Akzeptanz und Resilienz?
  • Welche ethischen und rechtlichen Fragen müssen geklärt werden, damit solch ein Ansatz funktioniert?

Keynotes

Zu den bestätigten* Hauptrednern gehören:

  • Stéphane Beemelmans (DLR)
  • Peter Gehle (DLR)
  • Julian Kunkel (GWDG / Universität Göttingen)
  • Aline Blankertz (Structural Integrity)
  • Stefan Mesken (DeepL)
  • Hannes Taubenböck (DLR)

Themenbereiche und Vorträge

Das #ossym2026 bietet ein hybrides Format mit wissenschaftlichen Vorträgen, Postersessions, Podiumsdiskussionen, Demonstrationen und informellen Diskussionsrunden. Die Konferenz umfasst wissenschaftliche Themenbereiche zu:

  • Crawling
  • Informationsgewinnung
  • Räumliche Modellierung
  • KI in der Wissenschaft
  • Webdatenbasierte Anwendungen

sowie Sessions zu folgenden Themen:

  • Ethik & Gesellschaft
  • Rechtliche Aspekte der offenen Websuche und des KI-Trainings
  • Nutzerverhalten und Präferenzen bei Suche und KI

Workshops und Community-Formate

Zu den Workshops und Community-Aktivitäten gehören (unter anderem):

  • Bewertung von Entwurfsmustern für rechtskonforme Open Web Index und Suchmaschinensysteme
  • Tools gegen Desinformation
  • Arbeitsgruppe „Open Web Data“ von EuroHPC
  • Studierenden-Projektsession / Tutorial zum Indexzugriff

Side-Event am Weizenbaum-Institut

In diesem Jahr findet am Weizenbaum-Institut eine besondere Podiumsdiskussion mit anschließendem Networking-Dinner statt.
„Souveränität im Netz – Wie eine europäische Webdateninfrastruktur Freiheit, Wirtschaft und Demokratie stärkt“
Weitere Informationen findet ihr hier.

Anmeldung

Die Anmeldung für die kostenfreie Teilnahme vor Ort und online ist ab sofort möglich. Bitte meldet euch hier an. Die Anzahl der Plätze vor Ort begrenzt sind begrentzt, darum lohnt es sich schnell zu sein!
Das Konferenzprogramm* findet ihr hier.

*Das Konferenzprogramm und die Ankündigungen der Hauptredner werden unter Vorbehalt etwaiger Änderungen veröffentlicht.

Der #FreeWebSearchDay (FWSD) zeigt jedes Jahr am 29. September, wie wichtig eine freie, offene und vertrauenswürdige Internetsuche für Demokratie, Transparenz und Informationsfreiheit ist. Der Aktionstag dient als Plattform, um gemeinsam über die Bedeutung der Websuche nachzudenken und neue Wege für eine offene, faire digitale Zukunft zu entwickeln.

Im Rahmen des FWSD werden in den Tagen um den 29. September, verschiedene Events rund um die offene Websuche, demokratische Teilhabe und digitale Bildung angeboten.

Programmhighlights 2025

  • Am 17. September findet ein Community-Workshop von NGI Search und der Open Search Foundation online statt, bei dem aktuelle Projekte vorgestellt und diskutiert werden.

  • Am 19. September lädt A1 Slovenija zum virtuellen Kick-off des ersten europäischen föderierten Open Web Index für die Industrie ein – ein spannendes Treffen für Start-ups, Entwicklerinnen und Innovatorinnen.

  • Am 29. September findet im UNI:Lokal Kassel ein Informationsabend rund um Suchmaschinen und KI statt.
    Das Thema „Kann man das noch gut finden?!“ soll Interessent:innen dazu einladen, an einer kritischen Diskussion über den Einfluss von Suchmaschinen und KI auf unseren Blick auf die Welt teilzunehmen (oder zu lauschen).

  • Zum Abschluss des Monats stellt am 30. September die Entwicklerin Noor Afshan Fathima die inklusive und datenschutzfreundliche Suchmaschine Nooon vor. Direkt im Anschluss folgt ein praktischer Workshop, bei dem Teilnehmende lernen können, wie sich Nooon individuell anpassen lässt.

Weitere Veranstaltungen sind hier gelistet: https://freewebsearch.org/events2025/

Eigene Events willkommen!

Neben den geplanten Programmpunkten lebt der #FreeWebSearchDay auch besonders von eurer Beteiligung: Ob Vortrag, Diskussionsrunde, Workshop oder kreative Mitmachaktion – jede Initiative zählt. Wer selbst ein Event organisieren möchte, kann sich unter melden und so Teil der europaweiten Bewegung werden.

Mehr Informationen und aktuelle Updates zu weiteren Veranstaltungen am #FreeWebSearch Day findet ihr unter:
https://freewebsearch.org

Das jährliche Internationale Open Search Symposium #ossym findet in 2025 bereits zum siebten Mal in Folge statt. Von 8. bis 10. Oktober läd das #ossym25 die Open Search Community dazu ein, nach Helskinki/Finnland zu reisen, um vor Ort beim diesjährigen Veranstaltungspartner CSC – IT Center for Science oder wahlweise online an den 3 tägigen interdisziplinären Austauschformaten zu partizipieren.

Interdisziplinäre Blickwinkel auf klassische Websuche und KI

Wie jedes Jahr, vereint das #ossym Expert:innen aus vielerlei Bereichen wie Informatik, Recht & Regulierung, Ethik, Wirtschaft, Politik und Gesellschaft. Das siebte Internationale Open Search Symposium bietet ein Forum, um innovative Ideen der offenen und verteilten Internetsuche und deren Anwendungsgebiete weiter zu denken. Der Schwerpunkt liegt dabei auf künstlicher Intelligenz (KI), Suchanwendungen und -technologien, rechtlichen und ethischen Aspekten der offenen Websuche sowie dem Themenspektrum Informationsverwertung/Medienkompetenz.

Keynotes zu Daten Governance und Wissensmanagement

Viivi Lähteenoja ist Chief Executuve Officer bei MyData Company und gibt Impulse zum Thema Data Governance.

Harri Ketamo ist Gründer und Vorstand von Headai und spricht zum Thema „The openness of knowledge data and its role in Future Search Solutions“.

Wissenschaftliche Sessions zum Thema „Architecture & Infrastructure“

Zwei Science Tracks zum Thema “Architecture & Infrastructure” beschäftigen sich mitunter mit der Exktraktion von strukturierten Daten aus dem Open Web Index, Datenspeicherungs-Strukturen für die URL Frontier in OpenWebSearch.eu, sowie mit der Extraktion von Geo-Daten aus semi-strukturierten Daten mit Hilfe von LLMs. Common Crawl bietet zudem Einblicke in die Abdeckung diverser Sprach- und Kulturinhalte Europas.

Anwendungs-Tracks zu “Retrieval Augmented Generation & Large Language Models”

Dezentralisierte Ansätze für den Zugang zu Informationen via Browser-Agentic Web sowie die Fusion von Retrieval, Grammatik und Entscheidungsbäume zur Textgenerierung werden hier unter anderem vorgestellt und disskutiert.

Search Engine Tracks sind fester Bestandteil der #ossym Konferenzen

Eine beliebte #ossym Tradition sind die Search Engine Tracks, die sich auf alternative Suchmaschinen und deren Anwendungs-bereiche fokussieren. Bereits bestätigt sind dieses Jahr fragFinn.de und searchmysite.net.

Ethik, Recht und Gesellschaft

Und auch die nicht technischen Themenkomplexe wie etwa gesellschaftliche Interessen und Special Needs Such-Lösungen kommen nicht zu kurz und sorgen für spannende Denkanstösse.

Information and Registrierung

Das finnische Supercomputing Center CSC – IT Center for Science bietet rund 100 on-site Plätze. First come, first serve.

Alle Informationen zur Anmeldung finden Sie unter:
https://opensearchfoundation.org/events-d/ossym25-d/

Die Open Search Foundation e. V. ist eine europäische Bewegung, die die Grundlage für einen unabhängigen, freien und selbstbestimmten Zugang zu Informationen im Internet schafft. In Kooperation mit Forschungseinrichtungen, Rechenzentren und weiteren Partnern setzen wir uns ein für eine Websuche, die allen zugute kommt.
 Ganz nach dem Motto: „Together for a better net“.

Kontakt
:
Open Search Foundation e.V. – OSF

Im Oktober fand in Frankfurt der alljährliche Digitalgipfel des Bundesministeriums für Digitales und Verkehr statt. Rund 1500 Teilnehmer:innen diskutierten an zwei Tagen in Panels, Workshops und Fishbowl-Formaten über die Zukunft im digitalen Raum. – Es gab spannende Impulse für Politik, Wirtschaft, Zivilgesellschaft und viele andere.

Als Open Search Foundation moderierten wir eine Paneldiskussion zum Thema „Suchmaschinen, Demokratie und digitale Souveränität: Wie KI und offene Daten die Internetsuche verändern“. Unsere Panelist:innen Daphne Auer (Common Grounds), Martin Potthast (University of Kassel), Christian Kroll (Ecosia), und Armand Zorn (Mitglied im Deutschen Bundestag) wurden zu aktuellen Problemen der bestehenden digitalen Such-Infrastrukturen, möglichen Entwicklungen und Lösungsansätzen befragt.

Von l.n.r.: Stefan Voigt (OSF), Daphne Auer (Common Grounds Forum), Christian Kroll (Ecosia), Armand Zorn (Mitglied des Deutschen Bundestages)

Von l.n.r.: Stefan Voigt (OSF), Daphne Auer (Common Grounds Forum), Christian Kroll (Ecosia), Armand Zorn (Mitglied des Deutschen Bundestages)

Von Bias, Abhängigkeiten und grundlegender Regulierung

Den Auftakt machte Daphne Auer mit einem Umriss der Kernproblematik in der Suche: Bias.
„Wenn ich etwas suche, habe ich eine Wissenslücke. Die möchte ich schließen und zwar am besten schnell. Die meisten von uns nutzen dafür im Alltag die ersten ein bis drei Suchergebnisse. Aber wie objektiv sind diese Ergebnisse? Warum sollte die richtige Antwort in den ersten drei Ergebnissen korrekt repräsentiert sein? Welchen Bias haben die Ergebnisse? Westlichen Bias? Kommerziellen Bias?“ – mit diesen Worten richtete sich die Informatikerin an das Publikum.  Als konkretes Beispiel für die Relevanz vorsortierter Ergebnisse, führte sie die Ranking Positionen von Menschenrechtsaspekten im Zuge der Fußball WM 2022 in Quatar auf. Von Land zu Land erschien diese Thematik in den Suchmaschinen an verschiedenen Positionen. Ihre Schlussfolgerung: Ergebnisse in Suchmaschinen seien eher als Empfehlungssysteme und weniger als vollumfängliche Antworten zu verstehen.

Martin Potthast fokussierte sich mitunter auf die Wichtigkeit offener Daten, die für mehr Vielfalt und maßgeschneiderte Angebote im Such-Markt sorgen könnten und zudem als Basis für die Entwicklung europäischer Large Language Modelle dienen sollten. Der im OpenWebSearch.eu Forschungsprojekt entstehende Prototyp eines offenen Web Index – einer Art Katalogisierung von Webdaten – fungiere dabei als erster Schritt.

Die Abhängigkeit Europas von Amerikanischen Digitalgiganten brachte Christian Kroll in den Vordergrund. Er hypothetisierte: Sollte sich aufgrund von politischen Änderungen die USA dazu entscheiden, Europa von den Suchindizes der Anbieter Google und Bing abzuschneiden, so wäre Europa überspitzt gesagt wieder auf Bibliotheken und Telefonbücher angewiesen. Die fehlende digitale Souveränität habe vielerlei Auswirkungen auf Bereiche wie Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft.

Armand Zorn betonte in dem Zuge die Wichtigkeit von Regulierungen wie es der Digital Markets Act und der Data Act aktuell in Europa vorsehen. Eine kluge Regulierung sei hierbei essentiell. Grundsätzlich ginge es um eine Balance von Möglichkeiten neuer Modelle im Markt auf Basis von Mindest­anforderungen, die für Objektivität und Fairness im Suchmarkt sorgen sollten. Aber auch die Aufklärung von Nutzenden sei elementar wichtig und müsse schon in Schulen beginnen. Bewusste Nutzer:innen könnten die teils undurchsichtigen Einflüsse von Informationen besser einordnen und zielführend verwerten.

Personalisierung und Vielfalt im Einklang mit Standardanforderungen

Daphne Auers Wunsch für die Zukunft der Suche bezieht personalisierte Suchergebnisse, einen Blick über den eigene Filter-Tellerrand hinaus und den Schutz von persönlichen Daten durch Anonymisierung ein. Sie bekundete ihre Hoffnung auf „mehr Brücken, weniger Polarisierung“ durch mehr sichtbare Diversität bei der Teilhabe an digitalen Dialogen sowie durch Peer-Review ähnliche Verifizierungsansätze von Inhalten, die gewisse Perspektiven spiegeln.

Auch Martin Potthast schien das Herauszoomen aus der sogenannten Filter-Bubble ein Anliegen. Er sprach die Problematik der direkten Antwort an, die zumeist eine schnelle, aber wenig differenzierte Lösung auf Fragestellungen bietet. Insbesondere durch Werkzeuge wie KI-Chatbots werden die Filterklappen künftig mutmaßlich noch enger; insbesondere wenn keine Chat-Literacy besteht. Das heißt, wer nicht richtig zu fragen weiß, wird mit schnellen, aber wenig durchleuchteten Ergebnissen einen eingeschränkten Horizont haben.

Armand Zorn sprach im Gegenzug auch die Zersplitterung der Gesellschaft durch Confirmation Bias an. Personalisierte Suche als wichtiger Teil des digitalen Alltags, aber ohne Realitätsverlust. Die Gefahr sei es, dass sich Menschen ihre eigenen Wahrheiten stricken könnten. Hier gelte es, künftig so zu regulieren, dass eine gesunde Balance aus persönlicher Freiheit und objektiver Wahrheit gewahrt wird.

Die Diskussion kann über den Youtube Kanal des Bundesministeriums gestreamt werden (Start bei Zeitmarke: 5.31 Stunden):

 

3 Tage, 120 Teilnehmer, 4 Keynotes, 11 Sessions, 2 Workshops …