„Volkszählung, nix da!“ heißt es im BR Podcast „Erkämpft und verhasst – Die Geschichte des Datenschutzes“, der sich in der Folge vom 22.08.2025 mit der Geschichte des Datenschutzes befasst.

Warum eine Volkszählung aus dem Jahr 1987 in Deutschland für Protestwellen sorgte, was das mit Datenschutz zu tun hatte und wie Datenschutz im digitalen Zeitalter aussieht – das und vieles mehr thematisiert Autor Stefan Foag für BR Radiowissen.

Aber zurück zum Anfang: Eine Protestaktion besorgter Bürger als Reaktion auf die in die Geschichte eingegangene Volkszählung von 1987 brachte in Deutschland einen Stein ins Rollen. Themen wie Datenschutz und das Recht auf informationelle Selbstbestimmung wurden dabei im Kontext der deutschen Geschichte kritisch betrachtet und öffentlich hinterfragt.

Mittlerweile ist die Sorge um Datenschutz weltweit zu einem sehr präsenten Thema geworden, wobei gerade die Europäische Union eine besondere Rolle einnimmt. Mit der Entwicklung der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) und der Rechtsprechung zur Verantwortung großer Tech-Konzerne wurden hier entscheidende Meilensteine gesetzt. In der heutigen Zeit sorgt aber insbesondere die Verlagerung der Überwachung von staatlichen Institutionen zu Digitalkonzernen für Besorgnis und Widerstand.

Leopold Beer, Jurist und Mitarbeiter der Open Search Foundation, wurde zu diesem Thema interviewt. Er erläutert, wie Europa durch den sogenannten „Brüssel-Effekt“ als zentraler Markt für digitale Lösungen zu einem weltweiten Vorreiter in der Regulierung des Datenschutzrechts werden kann. Ein wichtiger Schritt in diese Richtung ist das Projekt OpenWebSearch.Eu mit dem eigens entwickelten Open Web Index. Es zielt darauf ab, rechtlichen und ethischen Anforderungen bestmöglich gerecht zu werden und dadurch die Grundlage für eine europäische, datenschutzfreundliche Suchmaschine zu entwickeln.

Die gesamte Folge findet ihr hier: https://www.ardsounds.de/episode/urn:ard:episode:9df03c9454d8baa6/

Wie sieht eine europäische, unabhängige Suchinfrastruktur aus – jenseits der allgegenwärtigen Google-Suche? Genau darum geht es im Beitrag von Deutschlandfunk Kultur, in dem unser Projekt eine prominente Rolle spielt.

Dr. Stefan Voigt vom Vorstand der Open Search Foundation charakterisiert in einem kurzen Gastbeitrag das Konzept der Open Web Search Initiative wie folgt:
„…Europa dazu zu inspirieren, sich eine eigene Websuchinfrastruktur aufzubauen – basierend auf einem öffentlich zugänglichen Webindex, auf dem verschiedenste Suchmaschinen und Frontends entstehen können.“

Der Journalist Stefan Mey geht auf den Open Web Index als Grundlagentechnologie für eine europäisch-souveräne Web-Infrastruktur im Podcast ein.
Die quasi-Monopol von Google und das bisherige Scheitern alternativer Anbieter zeigen den Bedarf neuer Lösungen auf.

Der unabhängige Index soll als Grundlage für KI-Training und als Partnerindex für Suchmaschinen dienen.
Ermöglicht werden soll eine Landschaft verschiedener Anbieter von Universalsuchmaschinen bis hin zu spezialisierten Suchmaschinen zu Spezialthemen.

Im Podcast geht es außerdem um den aktuellen Projektstand, die Frage der Finanzierung und die Bedeutung eines offenen Suchindex als Teil kritischer digitaler Infrastruktur in Europa.

Hört euch gerne den ganzen Podcast bei Deutschlandfunk an:
https://www.deutschlandfunkkultur.de/zutritt-verboten-eu-diskutiert-altersbeschraenkungen-fuer-social-media-100.html

Übrigens: Auch Jan Penfrat von EDRi (European Digital Rights) kommt zu Wort und spricht über aktuelle EU-Pläne zum Jugendschutz im Netz und welche technischen Lösungen Plattformen bereits heute einsetzen könnten.